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Herz und Kreislauf in den Wechseljahren: Ein unterschätztes Thema

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Herz und Kreislauf in den Wechseljahren: Ein unterschätztes Thema

von Manuela Mühlberger · Akademie Wissen um Gesundheit · Lesezeit ca. 8 Min.

Über Hitzewallungen wird viel gesprochen, über das Herz kaum. Dabei ist die Herz-Kreislauf-Gesundheit die vielleicht wichtigste körperliche Veränderung der Wechseljahre – und die am meisten unterschätzte.

Denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Frauen. Nach den Wechseljahren steigt das Risiko deutlich. Dieser Beitrag erklärt, warum das so ist, worauf Du achten solltest – und wie viel Du selbst beeinflussen kannst.

Die kurze Antwort

Vor den Wechseljahren schützt Östrogen Herz und Gefäße. Danach gleicht sich das Herz-Kreislauf-Risiko dem der Männer an – ein wichtiger, wenig bekannter Punkt. Zugleich verändern sich Blutdruck, Blutfette und Blutzucker oft ungünstig. Herzinfarkte zeigen sich bei Frauen häufig anders als bei Männern (weniger der typische Brustschmerz). Sehr viel lässt sich selbst beeinflussen: Bewegung, Ernährung, Nichtrauchen, Stressabbau und regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Blutfetten und Blutzucker.

Der verlorene Schutz

Vor den Wechseljahren haben Frauen ein deutlich geringeres Herz-Kreislauf-Risiko als Männer gleichen Alters. Ein wesentlicher Grund dafür ist das Östrogen: Es hält die Gefäße elastisch, wirkt sich günstig auf die Blutfette aus und unterstützt eine gesunde Durchblutung.

Mit dem Nachlassen des Östrogens fällt dieser Schutz weg. In den Jahren nach der Menopause gleicht sich das Herz-Kreislauf-Risiko von Frauen dem der Männer an. Das ist eine der bedeutsamsten Veränderungen dieser Lebensphase – und viel zu wenigen Frauen ist sie bewusst.

Was sich konkret verändert

Mehrere Faktoren verschieben sich in dieser Zeit, oft schleichend und ohne Beschwerden: Der Blutdruck steigt bei vielen Frauen an. Die Blutfette verändern sich ungünstig. Die Insulinwirkung lässt nach. Und das Bauchfett nimmt zu, das selbst ein Risikofaktor ist.

Jeder dieser Faktoren für sich mag unauffällig wirken. Zusammen ergeben sie ein Bild, das Aufmerksamkeit verdient – gerade weil man es nicht spürt.

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Herzinfarkt bei Frauen: oft anders

Dieser Punkt kann Leben retten. Der typische Herzinfarkt mit stechendem Brustschmerz und Ausstrahlung in den linken Arm ist das Männer-Bild. Bei Frauen äußert sich ein Herzinfarkt häufig anders und unspezifischer: als Kurzatmigkeit, ungewohnte Erschöpfung, Übelkeit, Schmerzen in Oberbauch, Rücken oder Kiefer, kalter Schweiß oder einfach ein starkes Gefühl, dass etwas nicht stimmt.

Weil diese Zeichen weniger eindeutig sind, werden sie von Frauen selbst – und manchmal auch in der Medizin – zu oft übersehen oder verharmlost. Bitte nimm solche Beschwerden ernst und zögere im Zweifel nicht, den Notruf zu wählen. Lieber einmal zu viel als einmal zu spät.

Wie viel Du selbst beeinflussen kannst

Und jetzt die gute Nachricht, denn sie ist groß: Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den Erkrankungen, die sich am stärksten durch den Lebensstil beeinflussen lassen. Ein erheblicher Teil des Risikos liegt in Deiner Hand.

Bewegung ist einer der stärksten Schutzfaktoren überhaupt – regelmäßige Ausdauer- und Kraftbelastung hält Herz und Gefäße fit. Eine herzgesunde Ernährung mit viel Gemüse, guten Fetten, Ballaststoffen und wenig stark Verarbeitetem wirkt auf Blutdruck, Blutfette und Blutzucker zugleich. Nichtrauchen ist der wichtigste einzelne Verzicht – Rauchen schädigt die Gefäße massiv. Stressabbau und guter Schlaf senken den Blutdruck und die Belastung des Herzens. Und ein gesundes Körpergewicht, besonders wenig Bauchfett, entlastet zusätzlich.

Vorsorge nutzen

Weil sich die Risikofaktoren still verändern, sind regelmäßige Kontrollen jetzt besonders wichtig: Blutdruck messen, Blutfette und Blutzucker im Blick behalten. Das ist unaufwendig und erlaubt es, früh gegenzusteuern, bevor Schaden entsteht.

Sprich mit Deiner Ärztin über Dein persönliches Risiko – besonders, wenn Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deiner Familie vorkommen, wenn Du rauchst oder geraucht hast, oder wenn bereits erhöhte Werte bekannt sind. Vorsorge ist hier keine Übervorsicht, sondern gelebte Fürsorge für ein langes, gesundes Leben.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vor den Wechseljahren schützt Östrogen Herz und Gefäße.
  • Danach gleicht sich das Risiko dem der Männer an – wenig bekannt, sehr wichtig.
  • Blutdruck, Blutfette und Blutzucker verändern sich oft still ungünstig.
  • Herzinfarkt zeigt sich bei Frauen häufig anders – unspezifischer.
  • Sehr viel ist beeinflussbar: Bewegung, Ernährung, Nichtrauchen, Schlaf.
  • Blutdruck, Blutfette, Blutzucker regelmäßig kontrollieren.

Häufige Fragen

Warum steigt das Herzrisiko nach den Wechseljahren?
Weil das schützende Östrogen wegfällt. Es hielt die Gefäße elastisch und wirkte günstig auf die Blutfette – danach gleicht sich das Risiko dem der Männer an.
Wie äußert sich ein Herzinfarkt bei Frauen?
Oft anders als das typische Männer-Bild: als Kurzatmigkeit, ungewohnte Erschöpfung, Übelkeit oder Schmerzen in Oberbauch, Rücken oder Kiefer. Solche Zeichen unbedingt ernst nehmen.
Kann ich das Risiko selbst senken?
In erheblichem Maß. Bewegung, herzgesunde Ernährung, Nichtrauchen, Stressabbau und ein gesundes Gewicht wirken stark – ein großer Teil des Risikos liegt in Deiner Hand.
Welche Werte sollte ich kontrollieren lassen?
Blutdruck, Blutfette und Blutzucker. Sie verändern sich oft still – regelmäßige Kontrolle erlaubt frühes Gegensteuern.
Wann sollte ich das ärztlich besprechen?
Besonders bei familiärer Vorbelastung, wenn Du rauchst oder geraucht hast oder bereits erhöhte Werte bekannt sind – und generell im Rahmen der Vorsorge.
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Manuela Mühlberger
Manuela Mühlberger
Über die Autorin

Begleitet in der Akademie Wissen um Gesundheit Menschen, die ganzheitliches Gesundheitswissen verstehen und anwenden möchten – mit wenig Theorie und viel Praxis.

Hinweis: Die Informationen in diesem Beitrag beruhen auf allgemein zugänglichem Wissen und dienen der Information und Inspiration. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende Dich bitte an Deine Ärztin oder Deinen Arzt.
Schlagworte: #Wechseljahre

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