René-Maurice Gattefossé: Der Vater der modernen Aromatherapie
Wer war René-Maurice Gattefossé?
René-Maurice Gattefossé (1881–1950) war ein französischer Chemiker aus Lyon, der in der Parfum- und Kosmetikindustrie arbeitete. Seine Familie besaß ein Parfumunternehmen — Gattefossé beschäftigte sich beruflich intensiv mit ätherischen Ölen und deren chemischen Eigenschaften.
Der Laborunfall, der alles veränderte
1910 (das genaue Datum wird unterschiedlich angegeben) explodierte in Gattefossés Labor ein Behälter. Gattefossé zog sich starke Verbrennungen an beiden Händen zu. In einem Reflex — so wird die Geschichte überliefert — tauchte er die Hände in die nächste Flüssigkeit, die er greifen konnte: reines Lavendelöl.
Was dann passierte, überraschte ihn: Die Heilung verlief schnell, mit weniger Entzündung und kaum Narbenbildung als bei vergleichbaren Verbrennungen. Gattefossé war fasziniert — und begann, die therapeutischen Eigenschaften ätherischer Öle systematisch zu erforschen.
Das Buch, der Begriff, die Disziplin
1937 veröffentlichte Gattefossé sein Werk „Aromathérapie: Les huiles essentielles, hormones végétales“. In diesem Buch prägte er den Begriff Aromatherapie und legte die Grundlagen für die systematische Forschung zu ätherischen Ölen. Das Buch wurde später ins Englische übersetzt und beeinflusste Generationen von Aromatherapeuten weltweit.
Was nach Gattefossé kam
Gattefossés Arbeit inspirierte andere Forscher — besonders den französischen Arzt Jean Valnet, der ätherische Öle während des Zweiten Weltkriegs zur Wundbehandlung einsetzte, und Marguerite Maury, die die Aromatherapie-Massage entwickelte. Diese drei gelten als die Gründerväter und -mütter der modernen Aromatherapie.
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von Manuela Mühlberger · Akademie Wissen um Gesundheit