Geschichte der Aromatherapie: Von der Antike bis heute
Die alten Ägypter: Düfte als heilige Substanz
Die ältesten Belege für die Nutzung aromatischer Pflanzen stammen aus dem alten Ägypten — um 3000 v. Chr. Harze wie Myrrhe und Weihrauch wurden bei religiösen Ritualen, zur Einbalsamierung und in der Medizin eingesetzt. Der Papyrus Ebers (ca. 1550 v. Chr.) enthält über 700 Rezepturen mit Pflanzen und Duftstoffen.
Indien: Ayurveda und das Wissen der Veden
Im ayurvedischen System Indiens spielen Pflanzenöle und Düfte seit Jahrtausenden eine zentrale Rolle. Sandelholz, Jasmin, Rose, Ingwer — all diese Öle haben tiefe Wurzeln in der vedischen Tradition. Das Wissen um ihre Wirkung wurde über Generationen weitergegeben.
Griechenland und Rom: Wissenschaft trifft Tradition
Hippokrates, der Vater der Medizin, empfahl aromatische Bäder und Massagen. Der griechische Arzt Dioskurides beschrieb in seinem Werk „De Materia Medica“ Hunderte von Pflanzen und ihren Heilwirkungen — ein Standardwerk, das bis ins 17. Jahrhundert verwendet wurde.
Das Mittelalter: Klostergärten und Destillation
In europäischen Klöstern wurde das antike Wissen bewahrt und weiterentwickelt. Die Destillation von Pflanzen — möglicherweise durch arabische Gelehrte wie Avicenna verfeinert — ermöglichte die Gewinnung echter ätherischer Öle. Klostermedizin mit aromatischen Kräutern war die Volksmedizin des Mittelalters.
20. Jahrhundert: Der Begriff Aromatherapie entsteht
1928 prägte der französische Chemiker René-Maurice Gattefossé den Begriff „Aromatherapie“. Nach einem Laborunfall behandelte er seine verbrannte Hand mit Lavendelöl — und war von der Heilwirkung so beeindruckt, dass er sich fortan der Erforschung ätherischer Öle widmete. Sein Buch „Aromathérapie“ von 1937 ist ein Meilenstein.
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von Manuela Mühlberger · Akademie Wissen um Gesundheit