Wie werden ätherische Öle hergestellt? Destillation einfach erklärt
Wasserdampfdestillation: das klassische Verfahren
Das mit Abstand häufigste Verfahren. Wasserdampf wird durch das Pflanzenmaterial geleitet — also durch Lavendelblüten, Rosmarin oder Pfefferminzblätter. Der Dampf löst die flüchtigen aromatischen Verbindungen heraus und nimmt sie mit. Dann wird das Dampf-Öl-Gemisch abgekühlt und kondensiert: Das ätherische Öl schwimmt oben, darunter liegt das Hydrolat (Blütenwasser).
Kaltpressung: nur für Zitrusschalen
Zitronen, Orangen, Grapefruits — hier steckt das ätherische Öl in der äußeren Schale und wird einfach herausgepresst. Mechanisch, ohne Hitze. Deshalb duften Zitrusöle so frisch und lebendig — die Verbindungen sind noch vollständig erhalten.
CO₂-Extraktion: modern und schonend
Kohlendioxid wird unter Druck in einen überkritischen Zustand versetzt und löst die aromatischen Verbindungen besonders schonend heraus. Kein Lösungsmittel, keine Hitze, sehr reines Ergebnis. Der Nachteil: teurer und technisch aufwendiger. Hochwertige Marken bieten diese Öle an.
Enfleurage: fast ausgestorben, aber faszinierend
Das historisch älteste Verfahren: Blüten werden auf Fettplatten gelegt, das Fett nimmt die Duftstoffe auf, dann wird das Fett mit Alkohol ausgewaschen. Heute kaum noch eingesetzt — außer bei einigen traditionellen Parfumherstellern in Frankreich.
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von Manuela Mühlberger · Akademie Wissen um Gesundheit