Wie wirken ätherische Öle auf Körper und Geist?

Grundlagen · Wirkweise
Manuela von Manuela Mühlberger · Akademie Wissen um Gesundheit
Kennst Du das — ein bestimmter Duft und sofort taucht eine Erinnerung auf? Das ist kein Zufall. Der Geruchssinn ist der einzige Sinn, der ohne Umweg direkt ins limbische System führt — den Bereich, der für Emotionen und viele körperliche Abläufe zuständig ist.

Drei Wege in den Körper

1. Über die Nase — der direkteste Weg

Wenn Du ein ätherisches Öl einatmest, gelangen Duftstoffmoleküle über die Nasenschleimhaut direkt zum Riechkolben — und von dort ohne Umweg ins limbische System. Das ist ungewöhnlich: Alle anderen Sinneseindrücke durchlaufen erst den Thalamus. Geruch nicht. Deshalb wirken Düfte so unmittelbar auf die Stimmung.

2. Über die Haut

Richtig verdünnt auf die Haut aufgetragen können bestimmte Verbindungen in tiefere Gewebeschichten vordringen. Über Haarfollikel und Schweißdrüsen gelangen sie ins Gewebe. Das dauert länger als Inhalation, kann aber lokal gut wirken — zum Beispiel bei Muskelverspannungen oder Hautpflege.

3. Über die Atemwege

Besonders relevant bei Erkältungen: Ätherische Öle können beim Inhalieren die Schleimhäute der Atemwege erreichen und dort lokal wirken.

Was passiert im Gehirn?

Das limbische System ist eng verbunden mit dem Hypothalamus, der Herzfrequenz, Hormonausschüttung und Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Ein Duft, der über das limbische System läuft, kann also theoretisch auf viele dieser Systeme einwirken — das erklärt, warum Aromatherapie so vielseitig eingesetzt wird.

Was Studien zeigen: Für Lavendelöl gibt es gute Hinweise auf entspannende und angstlindernde Wirkung — sogar ein zugelassenes Arzneimittel auf Lavendelbasis (Lasea/Silexan) bestätigt das. Für andere Öle ist die Datenlage dünner, aber das bedeutet nicht, dass sie nicht wirken.

Warum wirkt Aromatherapie nicht bei jedem gleich?

Düfte sind sehr individuell — das liegt daran, dass das limbische System mit persönlichen Erinnerungen verknüpft ist. Wer als Kind schlechte Erfahrungen mit Lavendel gemacht hat, wird sich dabei nicht entspannen. Deshalb gilt: Ausprobieren, beobachten, anpassen.

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Manuela
Manuela Mühlberger — Akademie Wissen um Gesundheit Ausbilderin für ganzheitliche Gesundheit seit fast 10 Jahren. Ihr Grundsatz: Wissen aus der Natur und aktuelle Studien dürfen nebeneinander existieren.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung oder Diagnose. Ätherische Öle sind kein Arzneimittel. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende Dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.

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