Hochsensibilität & Stärken
Hochsensibilität – eine Gabe, kein Problem
Hochsensible Kinder nehmen mehr wahr, fühlen tiefer und lernen anders. Wenn wir das verstehen, verändert sich alles.
von Manu Mühlberger · Akademie Wissen um Gesundheit
Hochsensibilität – das Wort wird heute oft verwendet. Manchmal zu schnell, manchmal als Ausrede, manchmal aber auch als echter Schlüssel zu einem Kind das man zuvor nicht verstanden hat. Ich gehöre zu denen die glauben: Wenn das Konzept der Hochsensibilität ein Kind besser beschreibt und besser begleitet werden lässt – dann ist es wertvoll.
Ich bin Manu, Mama von jugendlichen Zwillingen und seit über 20 Jahren in der ganzheitlichen Arbeit zuhause. Hochsensible Kinder begegnen mir regelmäßig – und sie haben eine Tiefe, eine Empfindsamkeit und oft eine Kreativität die mich immer wieder beeindruckt. Das Problem ist nicht die Hochsensibilität. Das Problem ist wenn sie nicht erkannt und verstanden wird.
Was Hochsensibilität bedeutet
Etwa 15–20% der Menschen sind hochsensibel – das ist keine Erkrankung, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal das seit der Forschung von Elaine Aron in den 1990er Jahren gut belegt ist. Hochsensible Kinder verarbeiten sensorische und emotionale Informationen tiefer und intensiver als andere. Sie nehmen mehr wahr, reagieren stärker und brauchen mehr Zeit zur Erholung nach Reizen.
Das macht sie empfindlich für Lärm, Menschenmassen, intensive Gerüche oder emotionale Stimmungen in einer Gruppe. Gleichzeitig macht es sie oft besonders einfühlsam, kreativ, detailgenau und tief denkend. Die Stärken und die Herausforderungen sind zwei Seiten derselben Münze.
Hochsensibilität und Schule
Die Schule ist für hochsensible Kinder oft eine besondere Herausforderung. Lärm in der Klasse, schnelle Reizfolge, Druck, soziale Komplexität – all das verarbeitet ein hochsensibles Kind intensiver als andere. Wie ich in meinem Artikel über hochsensible Kinder in der Schule erklärt habe, kommen solche Kinder nach dem Schultag oft vollständig erschöpft nach Hause – obwohl sie vielleicht weniger getan haben als andere.
Das führt zu Konzentrationsproblemen, Reizbarkeit, Hausaufgaben-Widerstand und manchmal zu Schulangst. Nicht weil das Kind schwach ist – sondern weil sein Nervensystem intensiv gearbeitet hat.
- Echte Erholung nach der Schule – keine sofortigen Aktivitäten
- Ruhige Lernumgebung ohne Reizüberflutung
- Stille als tägliche Ressource – aktiv einplanen
- Gefühle ernst nehmen – nicht kleinreden oder beschleunigen
- Kreativität und Tiefe als Stärken anerkennen und fördern
- Soziale Überreizung begrenzen – weniger ist mehr
Die Gabe sehen
Hochsensible Kinder haben oft eine außergewöhnliche Tiefe – in ihrem Denken, in ihrem Mitgefühl, in ihrer Kreativität. Sie sind die Kinder die bemerken wenn jemand traurig ist bevor er es sagt. Die Kinder die Bücher mehrfach lesen weil sie immer neue Ebenen entdecken. Die Kinder die Fragen stellen die Erwachsene überraschen.
Wenn wir diese Gabe sehen – statt nur die Herausforderung – beginnen wir anders mit ihnen umzugehen. Und wenn wir anders umgehen, beginnen sie aufzublühen.
Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest wie Du Dein hochsensibles Kind begleiten kannst, dann habe ich etwas Schönes für Dich vorbereitet.
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Über Manu Mühlberger
Ich bin Mama von jugendlichen Zwillingen und arbeite seit über 20 Jahren ganzheitlich. Als Gründerin der Akademie Wissen um Gesundheit bilde ich seit über 10 Jahren ganzheitliche Therapeutinnen aus. Mein Herz schlägt dafür, dass Kinder wieder mit mehr Leichtigkeit und Freude lernen dürfen – so wie es eigentlich von Natur aus ist.
