Emotionen fühlen statt wegdrücken: ein sanfter Weg
Emotionen fühlen statt wegdrücken: ein sanfter Weg
Die meisten von uns haben gelernt, unangenehme Gefühle wegzudrücken – zusammenreißen, funktionieren, weitermachen. In den Wechseljahren funktioniert diese alte Strategie oft nicht mehr. Und das ist eine Chance, einen gesünderen Umgang mit den eigenen Gefühlen zu lernen.
Die kurze Antwort
Gefühle wegzudrücken kostet viel Kraft – und meist kommen sie später verstärkt zurück. Gesünder ist, sie bewusst zu fühlen: sie zu benennen, im Körper wahrzunehmen und wie eine Welle vorbeiziehen zu lassen. Das klingt einfach, braucht aber Übung. In den Wechseljahren, wenn Gefühle ohnehin näher liegen, ist es eine wertvolle Fähigkeit. Wird ein Gefühl überwältigend, hole Dir Unterstützung.
Warum Wegdrücken nicht funktioniert
Gefühle wegzuschieben ist, als hält man einen Wasserball unter Wasser: Es kostet ständig Kraft, und irgendwann schießt der Ball unkontrolliert hoch. Unterdrückte Gefühle verschwinden nicht – sie stauen sich und melden sich später oft heftiger, manchmal als körperliche Anspannung. In den Wechseljahren, mit dünnerer emotionaler Haut, klappt das Unterdrücken ohnehin schlechter.
Was Fühlen wirklich heißt
Fühlen bedeutet nicht, in einem Gefühl zu versinken oder ihm ausgeliefert zu sein. Es bedeutet, ein Gefühl bewusst wahrzunehmen – im Körper, wo es sich zeigt – und ihm Raum zu geben, ohne es festzuhalten. Gefühle sind wie Wellen: Sie steigen an, erreichen einen Höhepunkt und ebben wieder ab, wenn wir sie lassen. Meist dauert eine Welle nur Minuten.
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Eine einfache Anleitung
1. Benennen
Sag innerlich, was da ist: Traurigkeit, Wut, Angst. Das schafft schon etwas Abstand.
2. Im Körper spüren
Wo fühlst Du es? Enge in der Brust, Druck im Bauch? Leg die Aufmerksamkeit sanft dorthin.
3. Atmen und vorbeiziehen lassen
Atme ruhig weiter und beobachte, wie die Welle von allein abebbt. Du musst nichts tun außer da sein.
Wann es zu viel wird
Manche Gefühle sind so groß oder alt, dass sie überwältigen. Wenn Dich ein Gefühl regelrecht überflutet oder immer wiederkehrt, musst Du da nicht allein durch. Professionelle Begleitung kann helfen, es sicher anzuschauen – mehr in Wann seelische Belastung mehr braucht.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Gefühle wegzudrücken kostet Kraft – sie kommen verstärkt zurück.
- Fühlen heißt: benennen, im Körper spüren, vorbeiziehen lassen.
- Gefühle sind Wellen – sie ebben von allein wieder ab.
- Wird ein Gefühl überwältigend, hole Dir Unterstützung.
Die Gefühls-Welle beobachten
Wenn das nächste unangenehme Gefühl kommt, probiere: benennen, im Körper orten, ruhig weiteratmen – und einfach beobachten, wie es ansteigt und wieder abebbt. Stell Dir vor, Du sitzt am Ufer und schaust einer Welle zu. Du wirst merken: Sie geht vorbei.
Häufige Fragen
Werde ich von meinen Gefühlen überrollt, wenn ich sie zulasse?
Wie lange dauert so eine Gefühlswelle?
Was, wenn mich ein Gefühl überflutet?
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