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Besser durchschlafen in den Wechseljahren: Die wirksamsten Maßnahmen

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Besser durchschlafen in den Wechseljahren: Die wirksamsten Maßnahmen

von Manuela Mühlberger · Akademie Wissen um Gesundheit · Lesezeit ca. 7 Min.

Einschlafen ist selten das Problem. Das Problem ist die Nacht danach: Um halb vier bist Du wach, der Kopf läuft, und je mehr Du Dich ärgerst, desto wacher wirst Du. Durchschlafprobleme gehören zu den häufigsten Beschwerden der Wechseljahre.

Dieser Beitrag ist bewusst praktisch angelegt: Du bekommst die Maßnahmen, die tatsächlich etwas bewirken – geordnet danach, wo Du am schnellsten etwas gewinnst.

Die kurze Antwort

Durchschlafprobleme entstehen in den Wechseljahren vor allem durch das fehlende Progesteron, nächtliche Hitzewallungen und ein abends zu aktives Stresssystem. Am wirksamsten sind: Tageslicht am Morgen, gedämpftes Licht am Abend, ein kühles Schlafzimmer, feste Zeiten, kein Alkohol am Abend und ein ruhiges Abendritual. Wenn Du nachts wach liegst, gilt: nicht kämpfen, sondern nach etwa zwanzig Minuten aufstehen. Ein Gedanken-Zettel neben dem Bett hilft vielen spürbar.

Warum gerade das Durchschlafen leidet

Es gibt einen Grund, warum viele Frauen in den Wechseljahren gut einschlafen und dann nachts wach werden. Progesteron – das Hormon, das als Erstes sinkt – wirkt beruhigend auf das Nervensystem und stabilisiert den Schlaf. Fällt es weg, wird der Schlaf oberflächlicher und störanfälliger.

Dazu kommen nächtliche Hitzewallungen, die die Schlaftiefe unterbrechen, und ein Stresssystem, das abends schlechter herunterfährt. In den frühen Morgenstunden ist der Schlaf ohnehin leichter – deshalb liegt das typische Aufwachfenster zwischen drei und vier Uhr.

Diese Erklärung ist praktisch wichtig: Wer weiß, dass das ein bekanntes Muster ist, gerät weniger in Panik. Und weniger Panik bedeutet leichteres Wiedereinschlafen.

Was am meisten bringt

1. Licht richtig nutzen

Der wirksamste und am meisten unterschätzte Hebel – und er beginnt morgens. Geh gleich nach dem Aufstehen für zehn bis fünfzehn Minuten ins Tageslicht, auch bei bedecktem Himmel. Das stellt Deine innere Uhr und sorgt dafür, dass abends das Schlafhormon rechtzeitig gebildet wird.

Abends gilt das Gegenteil: gedämpftes, warmes Licht, weniger Bildschirm in der letzten Stunde. Wenn das nicht geht, hilft zumindest der Nachtmodus am Gerät.

2. Das Schlafzimmer

Kühl (etwa 16 bis 18 Grad), dunkel und ruhig. Bettwäsche aus Naturfasern, mehrere dünne Decken statt einer dicken. Das Schlafzimmer sollte nach Möglichkeit nicht auch Arbeitszimmer sein.

3. Feste Zeiten

Der Körper liebt Verlässlichkeit. Immer zur ähnlichen Zeit ins Bett und – noch wichtiger – zur ähnlichen Zeit aufstehen, auch am Wochenende. Ausschlafen am Sonntag fühlt sich gut an, verschiebt aber die innere Uhr.

4. Der Alkohol-Irrtum

Ein Glas Wein hilft beim Einschlafen – und ruiniert die zweite Nachthälfte. Alkohol lässt den Schlaf oberflächlicher werden, fördert das nächtliche Aufwachen und verstärkt Nachtschweiß. Wer schlecht durchschläft, gewinnt hier oft am schnellsten etwas.

5. Das Abendritual

Immer dieselbe Reihenfolge, immer etwa zur selben Zeit: Das signalisiert dem Nervensystem, dass der Tag zu Ende ist. Was genau Du tust, ist zweitrangig – entscheidend ist die Wiederholung und dass nichts Aufregendes mehr dabei ist.

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Wenn Du nachts wach wirst

Hier machen die meisten Menschen dasselbe – und es ist das Falsche: liegen bleiben, sich ärgern, auf die Uhr schauen, rechnen, wie wenig Schlaf noch bleibt. Genau das treibt die Anspannung hoch und macht das Wiedereinschlafen unmöglich.

Besser: nicht auf die Uhr sehen. Die Uhrzeit hilft Dir nicht, aber sie setzt Dich unter Druck. Dreh das Display weg.

Nach etwa zwanzig Minuten aufstehen. Geh in einen anderen Raum, mach gedämpftes Licht, lies etwas Ruhiges oder hör leise Musik. Erst zurück ins Bett, wenn die Müdigkeit wiederkommt. So lernt Dein Gehirn nicht, das Bett mit Wachliegen zu verbinden.

Gedanken auslagern. Wenn der Kopf kreist, schreib die Gedanken in Stichworten auf einen Zettel neben dem Bett. Damit gibst Du Deinem Gehirn die Erlaubnis loszulassen – nichts kann mehr vergessen werden.

Ruhig ausatmen. Länger auszuatmen als einzuatmen beruhigt das Nervensystem innerhalb weniger Atemzüge.

Tagsüber den Schlaf vorbereiten

Guter Schlaf wird nicht abends gemacht, sondern über den Tag. Regelmäßige Bewegung verbessert die Schlaftiefe messbar – am besten nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen. Ein stabiler Blutzucker beugt nächtlichen Schwankungen vor. Koffein nach dem Mittag kann den Schlaf noch beeinflussen, auch wenn Du es nicht spürst. Und wer tagsüber ständig unter Strom steht, kann abends schlecht abschalten – kleine Pausen wirken deshalb bis in die Nacht.

Wann Du ärztlichen Rat suchen solltest

Wenn die Schlafprobleme länger als einige Wochen anhalten und Dich tagsüber deutlich beeinträchtigen, wenn Du trotz ausreichender Schlafdauer nie erholt aufwachst, wenn Schnarchen mit Atemaussetzern beobachtet wird, oder wenn zugleich eine anhaltend gedrückte Stimmung besteht. Dauerhafter Schlafmangel ist nichts, was man aussitzen sollte.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Durchschlafprobleme entstehen v. a. durch fehlendes Progesteron und Hitzewallungen.
  • Tageslicht am Morgen ist der wirksamste Hebel für die kommende Nacht.
  • Kühles Schlafzimmer, feste Zeiten, kein Alkohol, ruhiges Abendritual.
  • Nachts wach: nicht auf die Uhr sehen, nach 20 Minuten aufstehen.
  • Gedanken aufschreiben entlastet den Kopf spürbar.
  • Bei anhaltenden Problemen oder Atemaussetzern: ärztlich abklären.

Zehn Minuten Morgenlicht

Geh eine Woche lang jeden Morgen innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufstehen für zehn Minuten nach draußen – auf den Balkon, vor die Tür, um den Block. Auch bei Wolken. Achte darauf, wie sich Dein Schlaf nach einigen Tagen verändert. Der Morgen macht die Nacht.

Häufige Fragen

Warum wache ich immer gegen drei Uhr auf?
In den frühen Morgenstunden ist der Schlaf ohnehin leichter, und ein empfindliches Stresssystem fährt dann leicht hoch. Zusammen mit dem fehlenden Progesteron ein sehr häufiges Muster.
Was ist die wirksamste Maßnahme?
Tageslicht gleich nach dem Aufstehen. Es stellt die innere Uhr und sorgt dafür, dass abends das Schlafhormon rechtzeitig gebildet wird.
Soll ich liegen bleiben, wenn ich wach werde?
Nicht länger als etwa zwanzig Minuten. Danach lieber aufstehen, gedämpftes Licht, etwas Ruhiges tun – sonst verknüpft das Gehirn das Bett mit Wachliegen.
Hilft ein Mittagsschlaf?
Ein kurzer Schlaf von etwa 20 Minuten am frühen Nachmittag ist meist unproblematisch. Längeres oder spätes Schlafen kann den Nachtschlaf verschlechtern.
Wann sollte ich ärztliche Hilfe suchen?
Wenn die Probleme über Wochen anhalten und Dich tagsüber beeinträchtigen, wenn Du nie erholt aufwachst oder wenn Atemaussetzer beobachtet werden.
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Manuela Mühlberger
Manuela Mühlberger
Über die Autorin

Begleitet in der Akademie Wissen um Gesundheit Menschen, die ganzheitliches Gesundheitswissen verstehen und anwenden möchten – mit wenig Theorie und viel Praxis.

Hinweis: Die Informationen in diesem Beitrag beruhen auf allgemein zugänglichem Wissen und dienen der Information und Inspiration. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende Dich bitte an Deine Ärztin oder Deinen Arzt.
Schlagworte: #Wechseljahre

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