Kopfpunkte & Kinesiologie
Sanfte Kopfpunkte zur Lernregulation – was sie bewirken
Eine Hand an der Stirn, die andere am Hinterkopf – und schon beginnt das Nervensystem sich zu regulieren. Diese Technik ist einfach, schnell und überraschend wirksam.
von Manu Mühlberger · Akademie Wissen um Gesundheit
Sanfte Kopfpunkte – das ist eine Technik aus der Kinesiologie und dem Brain Gym, die auf den ersten Blick simpel wirkt. Zwei Hände auf zwei Punkte am Kopf halten – und warten. Aber was dabei im Nervensystem passiert, ist alles andere als trivial. Diese Übung kann den Stresspegel in Minuten senken, blockierte Energie lösen und das Gehirn von einem Stresszustand in einen Lernzustand bringen.
Ich bin Manu, Mama von jugendlichen Zwillingen und seit über 20 Jahren in der ganzheitlichen Arbeit zuhause. Die sanften Kopfpunkte gehören zu den Techniken die ich am häufigsten empfehle – weil sie so einfach sind, weil sie Kinder so schnell selbst erlernen können und weil sie wirklich wirken.
Die positiven Punkte – die bekanntesten Kopfpunkte
Die bekanntesten sanften Kopfpunkte aus dem Brain Gym sind die sogenannten „Positiven Punkte“ – zwei kleine Erhebungen auf der Stirn, jeweils über den Augenbrauen auf halber Höhe zwischen Braue und Haaransatz. Diese Punkte liegen über den präfrontalen Hirnlappen – dem Denk- und Planungszentrum des Gehirns.
Wenn man diese Punkte sanft mit den Fingerspitzen berührt – keine Kraft, nur leichter Kontakt – und dabei ruhig atmet, beginnt die Stressreaktion abzuklingen. Das präfrontale System wird aktiviert, die Amygdala beruhigt sich. Das Gehirn erinnert sich dass es denken kann.
Die Frontal-Okzipital-Haltung
Eine noch einfachere Variante: Eine Hand auf die Stirn legen, die andere auf den Hinterkopf (Okzipitallappen). Diese Haltung wird in der Kinesiologie als „Frontal-Okzipital-Haltung“ bezeichnet und ist eine klassische Stressreduktions-Technik.
Die Erklärung: Die Stirnhand aktiviert das Denken, die Hinterkopfhand aktiviert das visuelle Gedächtniszentrum. Zusammen schaffen sie eine Art Brücke zwischen Vergangenheit (Erinnerung) und Gegenwart (Reaktion) – und erlauben dem Gehirn, aus dem automatischen Stressmodus auszusteigen.
- Kind sitzt oder liegt entspannt
- Fingerspitzen beider Hände auf die positiven Punkte über den Augenbrauen legen
- Oder: eine Hand auf die Stirn, eine auf den Hinterkopf
- Sanft halten – kein Druck, nur leichter Kontakt
- Ruhig atmen – drei bis fünf tiefe Atemzüge
- 1–3 Minuten halten bis ein Seufzer oder eine Entspannung spürbar ist
- Ideal bei Stress, vor Prüfungen, nach schwierigen Situationen
Wann die Kopfpunkte besonders hilfreich sind
Die sanften Kopfpunkte helfen in vielen Situationen: wenn ein Kind einen Prüfungsblackout erlebt, wenn es vor den Hausaufgaben blockiert ist, wenn es nach einem schwierigen Erlebnis nicht abschalten kann, oder wenn es nachts nicht einschlafen kann weil der Kopf noch läuft.
Kombiniert mit der Bauchatemübung 4-4-4 ist es ein vollständiges 3-Minuten-Werkzeug für Stressregulation. Beides zusammen – Kopfpunkte und Atem – ist mächtiger als jedes der beiden allein.
Wie Kinder die Technik selbst lernen können
Kinder lernen die Kopfpunkte erstaunlich schnell. Am besten zeigst Du es zuerst an Dir selbst – Kinder ahmen nach was sie sehen. Dann machst Du es gemeinsam. Nach zwei bis drei Mal können die meisten Kinder es alleine. Und dann können sie es auch in der Schule diskret anwenden – niemand sieht es wenn ein Kind kurz die Hand an die Stirn legt.
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Über Manu Mühlberger
Ich bin Mama von jugendlichen Zwillingen und arbeite seit über 20 Jahren ganzheitlich. Als Gründerin der Akademie Wissen um Gesundheit bilde ich seit über 10 Jahren ganzheitliche Therapeutinnen aus. Mein Herz schlägt dafür, dass Kinder wieder mit mehr Leichtigkeit und Freude lernen dürfen – so wie es eigentlich von Natur aus ist.
