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Kopfschmerzen und Migräne in den Wechseljahren: Warum sie sich verändern

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Kopfschmerzen und Migräne in den Wechseljahren: Warum sie sich verändern

von Manuela Mühlberger · Akademie Wissen um Gesundheit · Lesezeit ca. 7 Min.

Manche Frauen bekommen in den Wechseljahren zum ersten Mal im Leben Migräne. Andere, die seit Jahrzehnten damit leben, erleben plötzlich häufigere oder heftigere Attacken. Und wieder andere stellen fest, dass ihre Migräne nach der letzten Blutung endlich seltener wird.

Alle drei Erfahrungen sind typisch – und alle drei haben denselben Hintergrund: den Zusammenhang zwischen Östrogen und Kopfschmerz. Hier erfährst Du, was dahintersteckt, was Du selbst tun kannst und wann Du unbedingt ärztlichen Rat brauchst.

Die kurze Antwort

Kopfschmerzen und Migräne hängen bei vielen Frauen eng mit dem Östrogenspiegel zusammen – auslösend ist vor allem ein rascher Abfall. Weil das Östrogen in der Perimenopause stark schwankt, können Attacken in dieser Zeit häufiger oder heftiger werden. Nach der Menopause bessert sich die Situation bei vielen Frauen wieder, weil der Spiegel stabil wird. Es hilft: Auslöser erkennen, stabiler Blutzucker, regelmäßiger Schlaf, Stressabbau, ausreichend trinken. Neue oder veränderte Kopfschmerzen gehören immer ärztlich abgeklärt.

Der Zusammenhang mit Östrogen

Dass viele Frauen ihre Migräne rund um die Regelblutung bekommen, ist lange bekannt. Der Grund: Nicht ein hoher oder niedriger Östrogenspiegel löst die Attacke aus, sondern der rasche Abfall. Genau der findet kurz vor der Blutung statt.

Wenn Du das verstanden hast, wird die Perimenopause sofort erklärlich: In dieser Phase fällt das Östrogen nicht einmal im Monat ab, sondern immer wieder unvorhersehbar. Für ein Gehirn, das auf Östrogenabfälle empfindlich reagiert, ist das eine anstrengende Zeit.

Deshalb erleben viele Frauen in diesen Jahren mehr Attacken – und manche entwickeln erstmals überhaupt Migräne.

Der tröstliche Teil

Es gibt eine gute Nachricht, die selten erzählt wird: Bei einem großen Teil der Frauen bessert sich die hormonbedingte Migräne nach der Menopause deutlich. Der Grund ist derselbe wie oben, nur umgekehrt – wenn der Östrogenspiegel dauerhaft niedrig und vor allem stabil ist, fallen die auslösenden Abstürze weg.

Die Perimenopause ist also oft die schwierigste Phase, nicht die Zeit danach. Das zu wissen hilft, sie besser durchzustehen.

Migräne oder Spannungskopfschmerz?

Die Unterscheidung ist praktisch nützlich. Migräne ist typischerweise einseitig, pulsierend oder pochend, mittelstark bis stark, verschlimmert sich bei Bewegung und geht oft mit Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit einher. Betroffene wollen sich hinlegen und Ruhe haben.

Spannungskopfschmerz fühlt sich dagegen eher drückend an, wie ein zu enges Band um den Kopf, betrifft meist beide Seiten und bessert sich oft bei Bewegung an der frischen Luft. Er hängt häufig mit Verspannungen, Stress und schlechtem Schlaf zusammen – alles Themen, die in den Wechseljahren ohnehin zunehmen.

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Was Du selbst tun kannst

Auslöser erkennen

Der lohnendste erste Schritt ist ein einfaches Kopfschmerztagebuch: Datum, Stärke, Dauer und was am Tag davor war. Nach zwei bis drei Monaten erkennst Du Muster, die im Alltag untergehen. Häufige Auslöser sind Schlafmangel oder veränderte Schlafzeiten, ausgelassene Mahlzeiten, Alkohol (besonders Rotwein), Stress und die Entspannung danach, Wetterwechsel und Flüssigkeitsmangel.

Blutzucker stabil halten

Ein häufig unterschätzter Punkt. Ausgelassene Mahlzeiten und starke Blutzuckerabfälle gehören zu den verlässlichsten Migräneauslösern. Regelmäßig essen, mit ausreichend Eiweiß – und nicht mit einem süßen Frühstück starten.

Regelmäßigkeit

Das Migränegehirn mag Verlässlichkeit. Gleiche Schlafenszeiten – auch am Wochenende –, regelmäßige Mahlzeiten und ein gleichmäßiger Tagesrhythmus wirken oft stärker als jedes einzelne Mittel.

Stress und Nervensystem

Interessant ist, dass Attacken oft nicht mitten im Stress kommen, sondern danach – am Wochenende, im Urlaub. Deshalb hilft weniger das gelegentliche Ausruhen als eine gleichmäßigere Belastung über die Woche, mit kleinen Pausen statt großer Erholungsspitzen.

Ausreichend trinken und Bewegung

Flüssigkeitsmangel ist ein häufiger, leicht vermeidbarer Auslöser. Und regelmäßige moderate Ausdauerbewegung gilt als eine der wirksamsten nicht-medikamentösen Maßnahmen bei Migräne.

Wann Du unbedingt ärztlichen Rat brauchst

Kopfschmerzen sind häufig und meist harmlos – aber es gibt klare Grenzen. Bitte such umgehend ärztliche Hilfe bei einem plötzlichen, sehr heftigen Kopfschmerz, wie Du ihn nie zuvor hattest, bei Kopfschmerz mit Fieber, Nackensteife, Verwirrtheit, Sehstörungen, Lähmungen oder Sprachstörungen, sowie bei Kopfschmerz nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf.

Ärztlich abklären lassen solltest Du außerdem: neu auftretende Kopfschmerzen nach dem 50. Lebensjahr, Kopfschmerzen, die sich in Charakter oder Häufigkeit deutlich verändert haben, sowie häufigen Schmerzmittelgebrauch – wer an mehr als zehn Tagen im Monat Schmerzmittel nimmt, riskiert Kopfschmerzen durch die Medikamente.

Wichtig auch: Wenn Du unter Migräne mit Aura leidest, ist das für Entscheidungen über hormonelle Verhütung und Hormontherapie relevant. Sprich das in der Praxis aktiv an.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Auslösend ist meist der rasche Abfall des Östrogens, nicht sein Spiegel.
  • In der Perimenopause fällt es unvorhersehbar oft ab – daher mehr Attacken.
  • Nach der Menopause bessert es sich bei vielen wieder, weil der Spiegel stabil wird.
  • Migräne: einseitig, pochend, mit Übelkeit. Spannungskopfschmerz: drückend, beidseitig.
  • Es hilft: Auslöser erkennen, Blutzucker, Regelmäßigkeit, trinken, Bewegung.
  • Neue oder veränderte Kopfschmerzen: immer ärztlich abklären.

Das einfache Kopfschmerztagebuch

Notiere acht Wochen lang bei jedem Kopfschmerz nur vier Dinge: Datum, Stärke von 1 bis 10, Dauer und ein Stichwort dazu, was am Tag davor anders war. Mehr braucht es nicht. Die Muster, die sich daraus zeigen, sind oft überraschend – und sie sind die beste Grundlage für ein Gespräch in der Praxis.

Häufige Fragen

Warum wird meine Migräne in den Wechseljahren schlimmer?
Weil Migräne oft durch einen raschen Östrogenabfall ausgelöst wird – und in der Perimenopause fällt das Östrogen immer wieder unvorhersehbar ab.
Wird es nach den Wechseljahren besser?
Bei vielen Frauen ja. Wenn der Östrogenspiegel dauerhaft niedrig und stabil ist, fallen die auslösenden Abstürze weg.
Kann ich in den Wechseljahren erstmals Migräne bekommen?
Ja, das kommt vor. Neue Kopfschmerzen in dieser Lebensphase sollten aber grundsätzlich einmal ärztlich eingeordnet werden.
Warum kommt die Migräne oft am Wochenende?
Attacken treten häufig nach Stressphasen auf, nicht mittendrin. Eine gleichmäßigere Belastung über die Woche hilft mehr als gelegentliches Ausruhen.
Wann muss ich sofort zum Arzt?
Bei einem plötzlichen, nie gekannten heftigen Kopfschmerz, bei Fieber, Nackensteife, Sehstörungen, Lähmungen oder Sprachproblemen – und nach einem Sturz auf den Kopf.
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Manuela Mühlberger
Manuela Mühlberger
Über die Autorin

Begleitet in der Akademie Wissen um Gesundheit Menschen, die ganzheitliches Gesundheitswissen verstehen und anwenden möchten – mit wenig Theorie und viel Praxis.

Hinweis: Die Informationen in diesem Beitrag beruhen auf allgemein zugänglichem Wissen und dienen der Information und Inspiration. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende Dich bitte an Deine Ärztin oder Deinen Arzt.
Schlagworte: #Wechseljahre

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