Systemisch & Ängste
Übernommene Ängste bei Kindern erkennen und lösen
Manche Ängste gehören gar nicht dem Kind – es hat sie nur übernommen. Wie man das erkennt und was dann hilft.
von Manu Mühlberger · Akademie Wissen um Gesundheit
Übernommene Ängste bei Kindern – das ist eines der Themen die mich in meiner Arbeit am meisten berühren. Denn wenn ein Kind Angst hat, denken wir zuerst: Was ist mit ihm passiert? Aber manchmal ist die ehrlichere Frage: Wessen Angst trägt es? Ängste die nicht vom Kind selbst stammen – sondern die es aus Liebe von den Eltern oder der Familie übernommen hat.
Ich bin Manu, Mama von jugendlichen Zwillingen und seit über 20 Jahren in der ganzheitlichen Arbeit zuhause. Übernommene Ängste gehören zu den systemischen Mustern die ich immer wieder beobachte – und die sich mit dem richtigen Verständnis und der richtigen Begleitung lösen lassen.
Wie Kinder Ängste übernehmen
Kinder sind hochsensible Systeme. Sie nehmen die emotionalen Zustände ihrer Bezugspersonen wahr – oft ohne es zu wissen. Ein Elternteil das Angst vor dem Versagen hat, überträgt diese Angst nonverbal – durch Körpersprache, Stimme, Anspannung. Das Kind spürt: Leistung ist gefährlich. Und entwickelt eine eigene Angst davor.
Das passiert besonders leicht wenn ein Elternteil selbst schlechte Schulerfahrungen gemacht hat, wenn es eigene Misserfolge noch nicht verarbeitet hat, oder wenn es bei Hausaufgaben und Prüfungen des Kindes sehr angespannt ist – aus Sorge, aus Liebe.
Wie man übernommene Ängste erkennt
Übernommene Ängste zeigen sich oft dadurch, dass die Angst des Kindes nicht zu seinen eigenen Erfahrungen passt. Es hat vielleicht noch nie wirklich versagt – aber es hat enorme Angst davor. Oder es fürchtet sich vor Dingen die es noch nicht erlebt hat, die aber jemand in seiner Familie erlebt hat.
Ein weiteres Zeichen: Die Angst des Kindes verstärkt sich wenn das Elternteil dabei ist. In der Schule, ohne das Elternteil, geht es vielleicht besser. Das kann ein Hinweis sein dass die Angst mit der elterlichen Präsenz – und den damit verbundenen nonverbalen Signalen – zusammenhängt.
- Als Elternteil die eigene Angst anerkennen und daran arbeiten
- Dem Kind ausdrücklich sagen: „Das ist meine Angst – nicht Deine“
- Bei Hausaufgaben und Prüfungen eigene Anspannung bewusst regulieren
- Dem Kind neue, positive eigene Erfahrungen ermöglichen
- Professionelle systemische Begleitung bei tiefen Mustern
- Bachblüten zur Unterstützung – Mimulus für das Kind, Red Chestnut für die elterliche Sorge
Was Eltern für sich tun können
Das Kraftvollste was Eltern für ein Kind mit übernommenen Ängsten tun können ist: die eigene Angst aufzulösen. Nicht unterdrücken – auflösen. Mit professioneller Unterstützung, mit ehrlicher Selbstreflexion, mit dem Mut hinzuschauen was hinter der eigenen Schulangst oder Versagensangst steckt.
Was Eltern bearbeiten müssen Kinder nicht mehr tragen. Das ist einer der schönsten Sätze der systemischen Arbeit – und einer der wahrhaftigsten.
Wenn Du mehr über systemische Einflüsse auf das Lernen erfahren möchtest, dann habe ich etwas Schönes für Dich vorbereitet.
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Über Manu Mühlberger
Ich bin Mama von jugendlichen Zwillingen und arbeite seit über 20 Jahren ganzheitlich. Als Gründerin der Akademie Wissen um Gesundheit bilde ich seit über 10 Jahren ganzheitliche Therapeutinnen aus. Mein Herz schlägt dafür, dass Kinder wieder mit mehr Leichtigkeit und Freude lernen dürfen – so wie es eigentlich von Natur aus ist.
