Lesen & Lernentwicklung
Lesen lernen – warum manche Kinder so schwer damit tun
Wenn ein Kind nicht gerne liest oder Lesen schwer fällt, steckt fast immer mehr dahinter als Faulheit oder mangelnde Übung.
von Manu Mühlberger · Akademie Wissen um Gesundheit
Lesen lernen sollte eigentlich selbstverständlich sein. Aber für viele Kinder ist es ein echter Kampf – ein Kampf der sich täglich wiederholt und der das Selbstbild des Kindes nachhaltig beeinflussen kann. „Ich bin halt kein Lesekind.“ „Bücher sind langweilig.“ Aber hinter diesen Sätzen steckt oft keine Abneigung gegen das Lesen selbst – sondern eine körperliche oder emotionale Hürde die das Lesen mühsam macht.
Ich bin Manu, Mama von jugendlichen Zwillingen und seit über 20 Jahren in der ganzheitlichen Arbeit zuhause. Und Leseschwierigkeiten bei Kindern sind für mich immer eine Einladung, genauer hinzuschauen – auf die Augen, auf das Nervensystem, auf die Emotionen.
Ursache 1: Visuelle Dyskoordination
Eine der häufigsten und gleichzeitig am meisten übersehenen Ursachen für Leseschwierigkeiten ist die visuelle Dyskoordination – eine unzureichende Zusammenarbeit der beiden Augen. Wenn die Augen beim Lesen nicht optimal koordinieren, kann es passieren, dass Buchstaben springen, verschwimmen oder sich überlagern. Das Lesen wird buchstäblich anstrengend und unangenehm.
Das Kind sieht das als selbstverständlich an – es kennt es ja nicht anders. Es sagt nicht „Mir springen die Buchstaben“ – es sagt „Lesen ist blöd.“ Deshalb wird visuelle Dyskoordination so selten erkannt. Ein ganzheitlicher Blick auf das visuelle System ist hier entscheidend.
Ursache 2: Mangelnde Hemisphärenintegration
Lesen ist eine Hochleistung beider Gehirnhälften – die linke verarbeitet Laute und Buchstaben, die rechte das visuelle Gesamtbild. Wenn die Zusammenarbeit der Hemisphären nicht optimal ist, wird Lesen mühsam. Überkreuzbewegungen können hier gezielt helfen, die Verbindung zwischen den Gehirnhälften zu stärken.
Ursache 3: Emotionale Blockaden
Ein einziges beschämendes Erlebnis beim Vorlesen vor der Klasse kann ausreichen, um eine emotionale Blockade rund ums Lesen zu schaffen. Das Nervensystem verknüpft Lesen mit Angst oder Scham – und schon beim nächsten Buch aktiviert sich automatisch Widerstand. Mehr Üben hilft dann nicht – es verstärkt die negative Assoziation.
- Das Kind überspringt beim Lesen Wörter oder ganze Zeilen
- Es verliert beim Lesen ständig die Stelle
- Es liest sehr langsam trotz viel Übung
- Es klagt über Kopfschmerzen oder Augenbrennen beim Lesen
- Es vermeidet Lesen wo immer möglich
- Es versteht gesprochenen Text viel besser als geschriebenen
Was wirklich hilft beim Lesen lernen
1. Das visuelle System überprüfen lassen
Ein Augenarzt prüft die Sehschärfe – aber nicht die Augenkoordination. Ein Optometrist oder spezialisierter Orthoptist kann prüfen ob die Augen gut zusammenarbeiten. Das ist ein oft übersehener erster Schritt.
2. Überkreuzbewegungen täglich einsetzen
Überkreuzbewegungen verbinden die Gehirnhälften und verbessern die visuelle Verarbeitung. 5 Minuten täglich vor dem Lesen können einen spürbaren Unterschied machen.
3. Positive Leseerfahrungen schaffen
Wenn Lesen mit negativen Gefühlen verbunden ist, helfen positive Erfahrungen: Bücher über Themen die das Kind wirklich interessieren, gemeinsames Lesen ohne Druck, Hörbücher als Einstieg. Das Ziel ist: Lesen wieder mit etwas Schönem verbinden.
4. Druck komplett wegnehmen
Je mehr Druck auf dem Lesen liegt, desto schwerer wird es. Das Nervensystem braucht Sicherheit um neue Fähigkeiten zu entwickeln – wie ich in meinem Artikel über das Nervensystem und Lernen erklärt habe.
Lesen lernen ganzheitlich begleiten
Leseschwierigkeiten sind lösbar. Mit dem richtigen Verständnis, den richtigen ganzheitlichen Impulsen und viel Geduld können selbst hartnäckige Leseschwächen sich verändern. Das Gehirn ist neuroplastisch – es lernt immer, wenn die Bedingungen stimmen.
Wenn Du mehr erfahren möchtest, dann habe ich etwas Schönes für Dich vorbereitet.
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Über Manu Mühlberger
Ich bin Mama von jugendlichen Zwillingen und arbeite seit über 20 Jahren ganzheitlich. Als Gründerin der Akademie Wissen um Gesundheit bilde ich seit über 10 Jahren ganzheitliche Therapeutinnen aus. Mein Herz schlägt dafür, dass Kinder wieder mit mehr Leichtigkeit und Freude lernen dürfen – so wie es eigentlich von Natur aus ist.
