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Blasenschwäche in den Wechseljahren: Häufig und gut behandelbar

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Blasenschwäche in den Wechseljahren: Häufig und gut behandelbar

von Manuela Mühlberger · Akademie Wissen um Gesundheit · Lesezeit ca. 7 Min.

Ein bisschen Urinverlust beim Lachen, Niesen oder Sport – oder ein plötzlicher, kaum beherrschbarer Harndrang: Blasenschwäche ist in den Wechseljahren häufig und trotzdem eines der großen Tabus. Viele Frauen richten ihren Alltag heimlich danach aus, statt sich Hilfe zu holen.

Dabei lässt sich fast immer etwas verbessern. Dieser Beitrag erklärt die Ursachen und zeigt, was hilft – sachlich und ohne Scham.

Die kurze Antwort

Blasenschwäche nimmt in den Wechseljahren zu, weil das sinkende Östrogen Schleimhaut und Gewebe von Blase und Harnröhre schwächt und der Beckenboden nachlässt. Man unterscheidet grob die Belastungsinkontinenz (Verlust bei Husten, Niesen, Sport) und die Dranginkontinenz (plötzlicher, starker Harndrang). Beides ist gut behandelbar – vor allem durch Beckenbodentraining, das bei vielen Frauen deutlich hilft, dazu lokales Östrogen, Blasentraining und Gewohnheiten. Es lohnt sich, das ärztlich anzusprechen.

Warum die Blase jetzt schwächer wird

Auch die Gewebe von Blase, Harnröhre und Beckenboden sind auf Östrogen angewiesen. Sinkt der Spiegel, wird die Schleimhaut dünner, das Gewebe weniger elastisch, und die Muskulatur, die die Blase hält, verliert an Spannkraft. Dazu kommen frühere Geburten und mit den Jahren eine allgemein nachlassende Beckenbodenkraft.

Das Ergebnis: Die Kontrolle über die Blase lässt nach – auf zwei unterschiedliche Arten.

Die zwei häufigsten Formen

Belastungsinkontinenz. Hier geht bei körperlicher Belastung ungewollt Urin ab – beim Husten, Niesen, Lachen, Heben oder Sport. Ursache ist ein geschwächter Verschlussmechanismus. Dies ist die häufigste Form in den Wechseljahren.

Dranginkontinenz. Hier kommt ein plötzlicher, sehr starker Harndrang, dem man kaum widerstehen kann – manchmal, bevor man die Toilette erreicht. Die Blase meldet sich zu früh und zu heftig.

Nicht selten treten beide Formen gemischt auf. Die Unterscheidung ist wichtig, weil sie unterschiedlich behandelt werden.

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Der wichtigste Hebel: der Beckenboden

Bei der häufigen Belastungsinkontinenz ist gezieltes Beckenbodentraining die wirksamste Maßnahme – bei vielen Frauen bessert sich die Situation dadurch deutlich, oft ganz ohne weitere Maßnahmen.

Wichtig ist, es richtig zu machen. Viele Frauen sind unsicher, welche Muskeln gemeint sind, oder trainieren falsch. Deshalb lohnt sich eine Anleitung durch eine spezialisierte Physiotherapie – das ist keine Kleinigkeit, sondern der Unterschied zwischen Erfolg und Frust. Der Beckenboden lässt sich in jedem Alter kräftigen.

Was noch hilft

Lokales Östrogen. Es kann die Schleimhäute im Bereich von Blase und Harnröhre stärken und wird ärztlich verordnet – oft mit gutem Effekt gerade bei veränderten Blasenbeschwerden.

Blasentraining. Bei der Dranginkontinenz hilft es, die Blase Schritt für Schritt wieder an größere Abstände zu gewöhnen, statt bei jedem kleinen Signal sofort zur Toilette zu gehen. Das braucht Geduld, wirkt aber.

Gewohnheiten. Ausreichend, aber nicht übermäßig trinken; auf Blasenreizstoffe wie viel Koffein und Alkohol achten; ein gesundes Körpergewicht entlastet den Beckenboden.

Bei Bedarf medizinische Optionen. Wenn konservative Maßnahmen nicht reichen, gibt es weitere Behandlungen bis hin zu operativen Verfahren. Das besprichst Du mit einer Fachärztin.

Bitte sprich es an

Der wichtigste Schritt ist, das Schweigen zu brechen. Blasenschwäche ist kein unabwendbares Schicksal und kein Grund für Scham – sie ist ein häufiges, gut behandelbares medizinisches Thema. Bitte lass sie abklären, besonders wenn Schmerzen, Blut im Urin, Fieber oder häufige Infekte dazukommen – dann muss zuerst anderes ausgeschlossen werden. Du musst Deinen Alltag nicht heimlich um die nächste Toilette herum planen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Blasenschwäche nimmt zu, weil Östrogenmangel Gewebe und Beckenboden schwächt.
  • Zwei Formen: Belastungsinkontinenz (bei Husten, Sport) und Dranginkontinenz.
  • Wichtigster Hebel: gezieltes Beckenbodentraining – am besten angeleitet.
  • Auch lokales Östrogen und Blasentraining helfen deutlich.
  • Blasenreizstoffe wie viel Koffein und Alkohol beachten.
  • Bitte ärztlich ansprechen – bei Schmerzen, Blut oder Fieber unbedingt.

Häufige Fragen

Warum bekomme ich in den Wechseljahren Blasenprobleme?
Weil das sinkende Östrogen Schleimhaut und Gewebe von Blase und Harnröhre schwächt und die Beckenbodenmuskulatur nachlässt.
Was hilft am besten?
Bei der häufigen Belastungsinkontinenz ist gezieltes Beckenbodentraining am wirksamsten – am besten unter Anleitung. Dazu kann lokales Östrogen helfen.
Was ist der Unterschied zwischen den beiden Formen?
Bei der Belastungsinkontinenz geht Urin bei körperlicher Belastung ab, etwa beim Husten. Bei der Dranginkontinenz kommt ein plötzlicher, kaum beherrschbarer Harndrang.
Ist Blasenschwäche im Alter unvermeidlich?
Nein. Sie ist häufig, aber gut behandelbar. Der Beckenboden lässt sich in jedem Alter kräftigen.
Wann muss ich zum Arzt?
Immer bei Schmerzen, Blut im Urin, Fieber oder häufigen Infekten – und generell, um die richtige Behandlung zu finden. Aussitzen lohnt sich nicht.
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Manuela Mühlberger
Manuela Mühlberger
Über die Autorin

Begleitet in der Akademie Wissen um Gesundheit Menschen, die ganzheitliches Gesundheitswissen verstehen und anwenden möchten – mit wenig Theorie und viel Praxis.

Hinweis: Die Informationen in diesem Beitrag beruhen auf allgemein zugänglichem Wissen und dienen der Information und Inspiration. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wende Dich bitte an Deine Ärztin oder Deinen Arzt.
Schlagworte: #Wechseljahre

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